So jetzt sind wieder einige Monate ohne Blog Eintrag rum.

Das liegt primär aber nicht daran das ich nichts zu erzählen hätte sondern ich komme einfach nicht dazu :)

Ich bin jetzt seit 20. August im Praxis Semester bei IBM und Programiere da an einer internen PHP Anwendung.

Hier ist das Schild an dem ich jetzt jeden Tag (ok außer Samstag und Sonntag) vorbei fahre. :)

IBM Schild

Aber jetzt zum Thema, Grundfrage “Warum lernen wir im Studium nur mist?”.

Seit dem ich jetzt gewissermaßen in der “Realität” bin stelle ich immer mehr fest das ich gut 70% dessen was ich bis jetzt im Studium gelernt habe absolut nutzlos/unbrauchbar ist.

Es ist gut zu wissen wie man UML Diagramme Liest und erstellt. Ab und zu ist es auch gut zu wissen wie man Präsentationen erstellt, ok das hat mich selbst auch gewundert.

Wenn ich mir also überlege das ich von meinem Studium, das bis jetzt schon sehr viel Zeit gekostet hat, noch fast keinen praktischen Nutzen ziehen konnte. Was bringt es mir dann?

Es wird wohl schätzungsweise nur ein Papier sein, auf dem irgendwelche Noten in zu irgendwelchen Fächern stehen.

Allerdings frage ich mich warum es immer noch Firmen gibt die auf so ein Papier sonstwas geben? Eigentlich ist es doch so dass kein Personalabteilung der Welt wissen kann was sich hinter so einem Fachnamen versteckt, bzw wie man da eine Note einzuschätzen hat. Den hinter einem Fachnamen kann sich je nach Semester ein anderer Professor verstecken, also eine komplett andere Notengebung und unter umständen sogar eine völlig andere Fachliche Ausrichtung (Vertiefung).

Sollte ich jemals Entscheidungen treffen müssen wenn ich einstelle, dann würde ich mich nicht auf diese Zeugnisse verlassen wollen, sondern lieber arbeiten des Bewerbers durchsehen (also im Software Umfeld Sourcecode).

Die andere Seite sind die Firmen, die haben ja keine anderen Referenzen des Bewerbers als die Zeugnisse.

Ach das ist doch alles so scheiße. Auf jeden Fall finde ich es ziemlichen mist auf Grund von Zeugnissen eingestellt bzw nicht eingestellt zu werden deren Aussagekraft absolut unbekannt ist.

Warum ich mich gerade jetzt darüber aufrege?

Es liegt wohl daran das ich im nächsten Semester ein Fach haben werden, von dem ich jetzt schon fast sicher weis das ich den vermittelten abgeprüften Inhalt niemals brauchen werde (die Grundlagen sind brauchbar aber das was am ende gefragt wird braucht keiner). Aber wenn ich die Prüfung nächstes Semester nicht schaffe werde ich mir eine neue Hochschule suchen müssen um mein Studium erfolgreich beenden zu können. Was noch dazu kommt ist das dann ein Hochschulwechsel in meinem Lebenslauf steht, und das löst soweit ich (jetzt) weis einiges Stirnrunzeln bei Firmen aus. Auch ein Härteantrag kommt nicht so gut an.

Das gemeine am Härteantrag ist auch noch, das wenn man mit Härteantrag noch eine 3. Möglichkeit zur Prüfung bekommt und das nicht funktioniert darf man das Fach das man Studiert hat an keiner Hochschule in der BRD mehr Studieren.

Daher frage ich mich im Moment ob es nicht besser ist direkt die Hochschule zu wechseln.

Leider bin ich im Moment absolut Planlos wie ich weitermachen soll.

Wer möchte darf gern seine Meinung als Kommentar kund tun.

ich hoffe das bis zum nächsten Eintrag nicht wieder Monate vergehen.

7. Dezember 2007, 00:39 Uhr

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Bisher 4 Kommentare zum Artikel

  1. Kommentar von Aaron

    Da sprichst du einen ziemlich brisanten Punkt an. Software Engineering ist ein ziemlich großes Feld, in dem man bei den unterschiedlichsten Firmen eine Arbeiststelle bekommt bzw. man wird in den unterschiedlichsten Bereichen arbeiten. Im Studium (soweit ich das jetzt beurteilen kann) lernen wir die Grundlagen, die Begriffe, die Vorgehensweisen, Techniken usw. für die meisten der Bereiche. Zum “Meister” wird man erst durch Berufserfahrung oder einfach durch Praxis.

    Das Fach das du da ansprichst ist sicher LAC oder? Ich denke der Grundgedanke von dem Fach (mathematische Zusammenhänge erkennen und in die “3D-Denke” reinkommen) wird da schon vermittelt, allerdings auf eine ziemlich trockene und abstrakte Weise. Es macht vermutlich schon sinn, das man eine Formel bis ins kleinste Detail verstanden hat (Beweisführung), aber was am Ende zählt ist doch das man die Grundlagen verstanden hat, nicht das man jeden Beweis ohne jegliche Unterlagen runterbeten kann. (Bsp: Wenn man an einem 3D-Spiel mitentwickelt und berechnen soll, an welchem Punkt ein Objekt den Boden berührt, ist es gut zu wissen, dass es Koordinatensysteme, Richtungsvektoren, Normalvektoren und eine Formel zur Berechnung des Schnittpunktes gibt (und weiß wo man die Formel nachschlagen muss). Aber dafür muss ich nicht wissen, wie man die Formel herleitet und bis auf Vektorkomponenten runter beweisen kann.

    In anderen Fächern (und bei anderen Profs) geht es ganz anders zu. Z.B. CSCW, da mussten wir neulich ein PHP-Script auf einem Server installieren. Damit das Script (PHPProject) Dateien auf dem Webserver beschreiben/hochladen konnte, mussten wir ein bestimmtes Verzeichnis vollen Schreibzugriff (chmod 777) geben. Da der Prof nicht wusste welches Verzeichnis das ist, sagte er “… und wegen den Schreibrechten, da macht ihr einfach “chmod -R 777″ auf den kompletten Ordner.

    Von aussen (auf “Modul”-Ebene) finde ich unser Endzeugnis wenig aussagekräftig, da einzelne Fächer (von dem vielleicht eines schwer das andere aber total leicht ist) in Module zusammengefasst werden und eine gemeinsame Note bekommen. Wie soll da noch jemand externes rausfinden wollen, was sich hinter dem cool klingenden Namen verbirgt, welches Fach nur geschenkt war und welches Fach hart erkämpft wurde?

    Ich denke wir (neuen) Bachelor’s sind zwar die “Vorreiter”, aber am Ende doch nur die Versuchskaninchen. Man merkt das richtig, das (im Vergleich zur Diplom SPO) unser Studiengang absolut nicht ausbalanchiert ist. Deshalb müssen wir selbst bissl “Ordnung” reinbringen und das hab ich dieses Semester gemacht (hab ein paar Fächer geschoben und andere vorgezogen).

    Aber zu deiner Überlegung (Hochschule wechseln, aufhören, weitermachen) hab ich mir auch schon oft Gedanken gemacht. Bei vielen Fächern bin ich zur selben Erkenntnis wie du gekommen und hab mich gefragt, was soll der ganze Scheiß eigentlich? Aber jetzt hab ich schon bald das fünfte Semester hinter mir und eigentlich nur noch 2-3 “schwere” Fächer vor mir (LAC, TheoInf und AKSE), einen Großteil haben wir ja schon hinter uns (SV[1,2], SEKS, die ganzen Permantier-Fächer, usw. usw.) und so viel kommt gar nicht mehr. Es wäre nur schade jetzt aufzuhören oder Zeit kosten jetzt die Hochschule zu wechseln.

    Cu next semester :)
    Aaron

  2. Kommentar von Thomas\herges

    Ich möchte mich hiermit erst einmal meinen beiden “Vorrednern” anschließen.
    Ich möchte noch einmal betonen, dass in dem erwähnten Fach man zwar nette Grundlagen lernt - ich konnte die auch schon teilweise sehr gut nutzen. Aber abgeprüft wird meiner Meinung nur eines: Kann man unter Klausurstress etwas akribisch genau vorhersagen, das nicht mal immer der Prof genau zeigen kann. Nicht das man die Grundlagen kann. Dies finde ich NICHT gut.
    Genauso habe ich durch mein Auslandssemester festgestellt, das die Namen von den Fächern in der Tat zu ca. 1% sagen was drin ist. Und die sogenannte Akkreditierung hört sich zwar einiges an und ließt ein paar Dokumente durch - aber das ist nur blabla.
    Und noch mehr, mir geht es genauso wie Aaron, ich befürchte ich muss aufhören, bin aber der Meinung das wäre Blödsinn.

  3. Kommentar von kb

    Naja das mit den vermittelten Kenntnissen ist wie Aaron schon angesprochen hat stark davon abhängig was du später mal machen willst. PHP braucht wirklich keine Lineare Algebra oder Signalverarbeitung.

    Aber ich sehe das im gesamten auch nicht viel anders, wie im Forum (die Abstimmung) dargelegt. Allerdings wusste ich das mit dem dritten Härteantrag und dem Verbot noch garnicht. Ist ja Heavy.

  4. Pingback von hochtoeners Blog » Blog Archiv » ich bleibe bei IBM

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