1. Kommentar von Aaron

    Da sprichst du einen ziemlich brisanten Punkt an. Software Engineering ist ein ziemlich großes Feld, in dem man bei den unterschiedlichsten Firmen eine Arbeiststelle bekommt bzw. man wird in den unterschiedlichsten Bereichen arbeiten. Im Studium (soweit ich das jetzt beurteilen kann) lernen wir die Grundlagen, die Begriffe, die Vorgehensweisen, Techniken usw. für die meisten der Bereiche. Zum “Meister” wird man erst durch Berufserfahrung oder einfach durch Praxis.

    Das Fach das du da ansprichst ist sicher LAC oder? Ich denke der Grundgedanke von dem Fach (mathematische Zusammenhänge erkennen und in die “3D-Denke” reinkommen) wird da schon vermittelt, allerdings auf eine ziemlich trockene und abstrakte Weise. Es macht vermutlich schon sinn, das man eine Formel bis ins kleinste Detail verstanden hat (Beweisführung), aber was am Ende zählt ist doch das man die Grundlagen verstanden hat, nicht das man jeden Beweis ohne jegliche Unterlagen runterbeten kann. (Bsp: Wenn man an einem 3D-Spiel mitentwickelt und berechnen soll, an welchem Punkt ein Objekt den Boden berührt, ist es gut zu wissen, dass es Koordinatensysteme, Richtungsvektoren, Normalvektoren und eine Formel zur Berechnung des Schnittpunktes gibt (und weiß wo man die Formel nachschlagen muss). Aber dafür muss ich nicht wissen, wie man die Formel herleitet und bis auf Vektorkomponenten runter beweisen kann.

    In anderen Fächern (und bei anderen Profs) geht es ganz anders zu. Z.B. CSCW, da mussten wir neulich ein PHP-Script auf einem Server installieren. Damit das Script (PHPProject) Dateien auf dem Webserver beschreiben/hochladen konnte, mussten wir ein bestimmtes Verzeichnis vollen Schreibzugriff (chmod 777) geben. Da der Prof nicht wusste welches Verzeichnis das ist, sagte er “… und wegen den Schreibrechten, da macht ihr einfach “chmod -R 777″ auf den kompletten Ordner.

    Von aussen (auf “Modul”-Ebene) finde ich unser Endzeugnis wenig aussagekräftig, da einzelne Fächer (von dem vielleicht eines schwer das andere aber total leicht ist) in Module zusammengefasst werden und eine gemeinsame Note bekommen. Wie soll da noch jemand externes rausfinden wollen, was sich hinter dem cool klingenden Namen verbirgt, welches Fach nur geschenkt war und welches Fach hart erkämpft wurde?

    Ich denke wir (neuen) Bachelor’s sind zwar die “Vorreiter”, aber am Ende doch nur die Versuchskaninchen. Man merkt das richtig, das (im Vergleich zur Diplom SPO) unser Studiengang absolut nicht ausbalanchiert ist. Deshalb müssen wir selbst bissl “Ordnung” reinbringen und das hab ich dieses Semester gemacht (hab ein paar Fächer geschoben und andere vorgezogen).

    Aber zu deiner Überlegung (Hochschule wechseln, aufhören, weitermachen) hab ich mir auch schon oft Gedanken gemacht. Bei vielen Fächern bin ich zur selben Erkenntnis wie du gekommen und hab mich gefragt, was soll der ganze Scheiß eigentlich? Aber jetzt hab ich schon bald das fünfte Semester hinter mir und eigentlich nur noch 2-3 “schwere” Fächer vor mir (LAC, TheoInf und AKSE), einen Großteil haben wir ja schon hinter uns (SV[1,2], SEKS, die ganzen Permantier-Fächer, usw. usw.) und so viel kommt gar nicht mehr. Es wäre nur schade jetzt aufzuhören oder Zeit kosten jetzt die Hochschule zu wechseln.

    Cu next semester :)
    Aaron

  2. Kommentar von Thomas\herges

    Ich möchte mich hiermit erst einmal meinen beiden “Vorrednern” anschließen.
    Ich möchte noch einmal betonen, dass in dem erwähnten Fach man zwar nette Grundlagen lernt - ich konnte die auch schon teilweise sehr gut nutzen. Aber abgeprüft wird meiner Meinung nur eines: Kann man unter Klausurstress etwas akribisch genau vorhersagen, das nicht mal immer der Prof genau zeigen kann. Nicht das man die Grundlagen kann. Dies finde ich NICHT gut.
    Genauso habe ich durch mein Auslandssemester festgestellt, das die Namen von den Fächern in der Tat zu ca. 1% sagen was drin ist. Und die sogenannte Akkreditierung hört sich zwar einiges an und ließt ein paar Dokumente durch - aber das ist nur blabla.
    Und noch mehr, mir geht es genauso wie Aaron, ich befürchte ich muss aufhören, bin aber der Meinung das wäre Blödsinn.

  3. Kommentar von kb

    Naja das mit den vermittelten Kenntnissen ist wie Aaron schon angesprochen hat stark davon abhängig was du später mal machen willst. PHP braucht wirklich keine Lineare Algebra oder Signalverarbeitung.

    Aber ich sehe das im gesamten auch nicht viel anders, wie im Forum (die Abstimmung) dargelegt. Allerdings wusste ich das mit dem dritten Härteantrag und dem Verbot noch garnicht. Ist ja Heavy.

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